Bunt ist das neue „Weiß – Blau“!

Der Christopher-Street-Day am 13. Juli 2018 in München stellte alle Vorherigen in den Schatten. Mit 134 Gruppen und rund 160.000 Zuschauern war es die größte Politparade in der Geschichte des Münchner CSD. Auch dieses Jahr kämpften LGBTI* (Lesbian, Gay, Bi-, Trans- und Intersexual) für mehr Rechte und zeigten wie vielfältig und bunt ihre Community ist.

Unsere Kollegen von Queeramnesty haben ebenfalls an der Parade teilgenommen und hatten anschließend noch einen Informationsstand in der Münchner Innenstadt, bei dem Unterschriften für Petitionen und Briefe gesammelt wurden und Infomaterial verteilt wurde.

Auch wenn es 2017 wichtige Schritte in Richtung Gleichberechtigung gab, wie beispielsweise die Einführung der „Ehe für alle“, die es gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder auch der Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes im November 2017, der den Gesetzgeber dazu verpflichtet bis Ende 2018 ein weiteres Geschlecht im Personenregister einzutragen, ist eine vollständige Gleichberechtigung noch in weiter Ferne. Nach wie vor werden LSBTI stigmatisiert und „bis jetzt habe sich der Freistaat [Bayern] nur als Bremser in der Gleichstellungspolitik für LSBTI* gezeigt“, so Thomas Niederbühl, politischer Sprecher des CSD.

Um viel Wirbel sorgten dieses Jahr vor allem die „Rainbow Refugees“, geflüchtete Queer, die oftmals aus Ländern kommen, in denen sie aufgrund ihrer Sexualität strafrechtlich verfolgt werden. Genau deswegen sind „sie […] auf unseren besonderen Schutz angewiesen und benötigen ein sicheres Bleiberecht“ so Rita Braaz, Pressesprecherin des CSD.

 

Insbesondere die Rechte von intersexuellen Kindern in Deutschland werden zudem zu selten geachtet. Kinder die mit Variationen der Geschlechtsmerkmale geboren werden, werden oft mit Hilfe von Operationen und hormoneller Behandlung „normalisiert“, um ihnen so klar ein weibliches oder männliches Geschlecht zuzuordnen. Amnesty fordert die Beendigung medizinischer Behandlungen an intersexuellen Kindern, bei denen es sich nicht um Notfallmaßnahmen handelt und zudem die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Situation von Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale. Den dazu gehörigen Amnesty Bericht findet ihr hier.

5. Oktober 2018